Unity Dow

Unity Dow, geboren 1959, gründet 1984 die erste von Frauen geführte Anwaltskanzlei und wird 1998 die erste Richterin am High Court of Botswana.

Hintergrund

Als Unity Dow mit ihrer Wahl an den High Court Rechtsgeschichte schreibt, ist sie ebendiesem Gericht bereits bestens bekannt; nämlich als Klägerin gegen den Staat Botswana im Prozess Attorney General v. Dow (1990). Gemäss damaligem botswanischem Recht erhalten nur uneheliche Kinder die Staatsbürgerschaft der Mutter. Für das binationale Ehepaar Dow heisst dies, dass ihr ältestes Kind die botswanische, die jüngeren beiden hingegen die US-amerikanische Staatsbürgerschaft haben. Das Zusammenbleiben der Familie hängt damit von Aufenthaltsgenehmigungen ab – was, so Dow, ihr Recht als Frau auf freie Heirat beeinträchtige. 1995 gewinnt Dow den Prozess und inspiriert Frauenrechtlerinnen in ganz Afrika, geschlechtergerechte Staatsangehörigkeitsgesetze einzufordern.

Dow rückt durch den Prozess ins gesellschaftliche Scheinwerferlicht. Ihr Engagement für Frauen – als Gründungsmitglied der ersten Frauenorganisation in Botswana und der Vereinigung Women and Law in South Africa (WLSA) – wird weithin sichtbar und trägt zu ihrem feministischen Ruf bei. Mit der Wahl an den High Court wird Dow in der Folge auch als Juristin gewürdigt. Sie verhandelt bis 2009 zahlreiche wichtige Fälle, u.a. Klagen der indigenen Bevölkerung gegen staatliche Vertreibungen. Im richterlichen Ruhestand doziert Dow an verschiedenen Universitäten in den USA und gründet eine weitere Rechtsanwaltskanzlei. Zudem engagiert sie sich erfolgreich vor Gericht für die Rechte von Transpersonen. 2012 wird Dow vom UN Human Rights Council zur Expertin für die Untersuchung der illegalen Siedlungsaktivitäten im Westjordanland ernannt, bevor sie 2015 zur Bildungsministerin von Botswana gewählt wird. Nach drei Jahren übernimmt sie das Aussenministerium, bis sie 2020 in Rente geht.

Neben diesem aussergewöhnlichen Einsatz für Frauen- und Menschenrechte in der politischen und rechtlichen Sphäre, ist Dow heute auch für ihr literarisches Schaffen bekannt. Seit 2000 publiziert sie regelmässig Werke, in denen Diskriminierung von Frauen und Kindern im Umfeld traditioneller Machtstrukturen und kultureller Bräuche verhandelt werden.

(Quellen: Wikipedia, Cornell Law School, African Women in Law; Bildquelle: Wikipedia)

Lebensstationen

  • 1959 geboren als Unity Diswai in Mochudi (Botswana, damals: Betschuanaland)
  • 1983 LL.B. der University of Botswana and Swaziland und Zulassung zur Rechtsanwaltschaft
  • 1983 Staatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft in Gaborone
  • 1984 Gründungsmitglied der Frauenorganisation Emang Basadi
  • 1986 Gründung der Frauenkanzlei Malakaila
  • 1988 Gründungsmitglied der Women and Law in South Africa (WLSA)
  • 1988-1991 Forscherin für WLSA
  • 1990-1995 Prozess Attorney-General of Botswana v. Unity Dow
  • 1992-1994 Koordinatorin für WLSA
  • 1994-1998 Direktorin des Metlhaetsile Women's Information Centre
  • 1998-2009 Richterin am High Court of Botswana
  • 2012 UNHRC-Expertin zur Untersuchung der Siedlungsaktivität im Westjordanland
  • 2015-2016 Minster of Education and Skills Development
  • 2016-2018 Minister of Basic Education
  • 2018-2020 Minister of International Affairs and Cooperation

Weiterführende Informationen


Letzte Aktualisierung: L. Pacozzi. Verantwortlich: A. Tschentscher.