Elisabeth Pognon

Elisabeth Kayissan Ekoué Pognon, geboren 1937, tritt 1965 als erste Frau in den Justizdienst Benins ein und wird 1993 die erste Präsidentin des beninischen Verfassungsgerichts.

Hintergrund

Im Alter von 28 Jahren erreicht Elisabeth Pognon, was keiner Frau zuvor in Dahomey (ab 1975: Benin) gelungen ist: Sie tritt 1965 in die magistrature, den Justizdienst des westafrikanischen Landes, ein. Im kommenden Jahrzehnt absolviert die junge Frau eine beispiellose Karriere. Sie wird die erste Richterin an einem erstinstanzlichen Gericht, die erste Präsidentin eines solchen und steigt weiter auf, bis sie 1974 zur ersten Richterin am Cour suprême ernannt wird.

1986 unterbricht Pognon ihre aussergewöhnliche Karriere für fünf Jahre und folgt ihrem Ehemann nach Dakar, da dieser dort eine Anstellung bei der Westafrikanischen Zentralbank erhält. Zurück in Benin erreicht Pognon bald einen weiteren Meilenstein: Sie wird als erste Frau an das beninische Verfassungsgericht gewählt – und ein paar Monate später zu dessen Präsidentin ernannt. Als Hüterin der Grund- und Menschenrechte muss sich Pognon bald darauf mit Parteien auseinandersetzen, welche die Demokratie und Rechtstaatlichkeit Benins zu untergraben versuchen. Insbesondere während der Präsidentschaftswahl von 1996 verteidigt sie zusammen mit ihren Richterkollegen die Unabhängigkeit der Justiz – trotz Morddrohungen, Verleumdungskampagnen und anderen Einschüchterungsversuchen. Ihre Haltung bringt ihr nicht nur den Namen "Dame de fer" ein, sondern trägt massgeblich zum Gelingen der Wahl bei. Pognons Beitrag zur Justiz und Demokratie Benins wird mit zahlreichen Auszeichnungen sowie der Wahl in den Rat der Weisen (Groupe des Sages) der Afrikanischen Union gewürdigt. Hier steht sie bis ins Alter von 77 Jahren für die Förderung und Aufrechterhaltung von Frieden, Sicherheit und Stabilität in Westafrika ein.

(Quellen: Wikipedia, Kang 2016; Bildquelle: Agoodojié)

Lebensstationen

  • 1937 geboren in Aného (Togo)
  • 1962 LL.M. der Université Paris-Panthéon-Assas in Paris
  • 1965 Eintritt in den beninischen Justizdienst
  • 1966 Ernennung zur Richterin an einem erstinstanzlichen Gericht
  • 1974 Ernennung zur Richterin am Cour surprême
  • 1986-1991 Aufenthalt im Senegal
  • 1991-1992 Beamtin im beninischen Justizministerium
  • 1993 Ernennung zur Verfassungsrichterin
  • 1993-1998 Präsidentin des Verfassungsgerichts
  • 1998-2001 Mitglied des Internationalen Komitees für Bioethik der UNESCO
  • 2007-2014 Mitglied der Groupe des Sages der Afrikanischen Union

Weiterführende Informationen

  • Kang, Alice: "Benin: Women Judges Promoting Women's Rights", in: Gretchen Bauer (Hrsg.): Gender and the Judiciary in Africa: From Obscurity to Parity?, New York 2016, S. 108-119.
  • Houngan Ayemonna, Claire: Femmes juges du Bénin: Visages et contribution à l'évolution du droit, Cotonou 2008.

Letzte Aktualisierung: L. Pacozzi. Verantwortlich: A. Tschentscher.