Victorie de Lambilly

Marie-Victorie de Lambilly, geboren 1767, plädiert im Jahr 1799 als erste Frau Frankreichs vor einem Gericht.

Hintergrund

Entgegen allen Erwartungen und Gepflogenheiten des Paris des 18. Jahrhunderts, plädiert Marie-Victoire de Lambilly als erste Frau vor der Militärkommission und gilt als erste "Anwältin" der Bretagne. De Lambilly, Gräfin von La Villirouët, entstammt einer bretonischen Adelsfamilie. Während der Französischen Revolution wird ihr Mann verhaftet und es droht ihm in einem Gerichtsprozess die Todesstrafe wegen angeblicher Desertation.

In einer Zeit, in der Frauen keinerlei juristische Funktionen ausüben dürfen, erhält de Lambilly die Sondererlaubnis des Gerichtspräsidenten, selbst die Verteidigung ihres Mannes zu übernehmen. Sie plädiert allein vor dem Gericht und erreicht einen einstimmigen Freispruch. Obwohl sie keine Anwältin im modernen Sinn ist, macht sie ihr mutiger Auftritt vor Gericht zu einer bemerkenswerten Ausnahmegestalt der französischen Rechtsgeschichte.

(Quellen: de Bellevue 1902, Wikipedia; Bildquelle: Wikipedia)

Lebensstationen

  • 1767 geboren in Rennes
  • 1799 Plädoyer vor der Militärkommission in Paris
  • 1813 Tod

Weiterführende Informationen

  • De Bellevue, Xavier: Une femme avocat,épisodes de la Révolutionà Lamballe età Paris: mémoires de la comtesse de La Villirouët, née de Lambilly (1767-1813), Paris 1902.

Letzte Aktualisierung: J. Niederberger. Verantwortlich: A. Tschentscher.