Luz Castillo Díaz-Ordáz
Luz Castillo Díaz-Ordáz, geboren 1897, wird 1927 die erste Frau, die in Guatemala ein Jurastudium abschliesst.
Hintergrund
Im Sommer 1927 besteht Luz Castillo Díaz-Ordáz als erste guatemaltekische Frau das juristische Examen. Ihre Abschlussarbeit trägt den Titel „Die Frau — eines der Probleme, das die Menschheit am meisten beschäftigt hat“. Bei der Abschlussfeier ehrt ihre Heimatgemeinde sie mit einer Medaille. Es ist eine Auszeichnung, der zunächst kaum mehr als symbolischen Wert zukommt. Denn das Diplom in ihren Händen vermag ihr noch keine Türen zu öffnen. Die sozialen und rechtlichen Verhältnisse jener Zeit verwehren Frauen in Guatemala den Zugang zur juristischen Praxis. Da ihnen weder die volle Staatsbürgerschaft noch daraus erwachsende Rechte zugestanden werden, bleibt auch der Anwaltsberuf verschlossen. Sie darf keine Anwältin sein, obwohl sie längst eine ist.
Doch Castillo Díaz-Ordáz lässt sich nicht entmutigen. Sie unterrichtet, schreibt, denkt und wirkt auf jenen Wegen, die ihr offenstehen. Erst 1943, nachdem Graciela Quan Frauen den Zugang zum Anwaltsberuf erkämpft hat, kann auch Castillo Díaz-Ordáz ihren Beruf ausüben.
Als die rechtswissenschaftliche Fakultät der Universidad de Occidente im Jahr 1946 eine neue Leitung sucht, fällt die Wahl auf Castillo Díaz-Ordáz. An ihrer Alma Mater übernimmt sie als eine der ersten Frauen Guatemalas eine akademische Führungsposition dieser Art. Ein Amt, das nicht nur ihre persönliche Beharrlichkeit würdigt, sondern auch den langsamen Wandel einer Gesellschaft sichtbar macht.
Lebensstationen
- 1897 geboren in Quetzaltenango (Guatemala)
- 1927 Studienabschluss an der Universidad de Occidente
- Ab 1943 praktizierende Anwältin und Notarin
- 1946 Ernennung zur Direktorin der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universidad de Occidente
- 1993 Tod
Letzte Aktualisierung: J. Niederberger.
Verantwortlich: A. Tschentscher.