Maria Gabriella Luccioli
Maria Gabriella Luccioli, geboren 1940, wird 1965 eine der ersten Richterinnen Italiens.
Hintergrund
Maria Gabriella Luccioli gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der italienischen Justizgeschichte. Mit der Gesetzesänderung vom 9. Februar 1963 erhalten Frauen erstmals Zugang zur Magistratur. Luccioli zählt zu den nur acht Frauen, die den ersten Wettbewerb für beide Geschlechter erfolgreich bestehen, und wird 1965 zur Richterin in Ausbildung ernannt.
Im Laufe ihrer Karriere engagiert sie sich beharrlich für die Gleichstellung innerhalb der Justiz. Gemeinsam mit anderen Magistratinnen gründet sie die Associazione Donne Magistrato Italiane (Vereinigung italienischer Richterinnen), um Frauen in der italienischen Rechtsprechung stärker zu vernetzen und ihren Aufstieg in Führungspositionen zu fördern.
Nach Stationen in Montepulciano und Rom wechselt sie 1988 an den Corte Suprema di Cassazione (Oberster Kassationsgerichtshof). Dort prägt sie vor allem das Familienrecht, das internationale Privatrecht und die Schiedsgerichtsbarkeit. 2008 erreicht sie einen weiteren historischen Meilenstein: Als erste Frau wird sie zur Präsidentin einer Sektion des Obersten Kassationsgerichtshofs ernannt. Sie übernimmt die Leitung der Ersten Zivilsektion und wird 2011 als erste Frau ordentliche Präsidentin dieser Abteilung.
(Quellen: Wikipedia, Rete per la Parità, Alley Oop)
Lebensstationen
- 1940 geboren in Terni (Italien)
- 1962 Studienabschluss an der Universität La Sapienza
- 1965 Richterin in Ausbildung
- 1966 Richterin am Gericht von Montepulciano
- 1966-1982 Richterin am Amtsgericht Rom
- 1982-1988 Richterin am Berufungsgericht Rom
- 1988-1990 Richterin am Obersten Kassationsgerichtshof
- 1990 Mitbegründerin der Vereinigung italienischer Richterinnen
- 1996-1997 Tätigkeit im italienischen Justizministerium
- 2008 Präsidentin einer Sektion des Obersten Kassationsgerichtshofs
- 2011 Ordentliche Präsidentin der Ersten Zivilsektion
- Seit 2015 im Ruhestand
Letzte Aktualisierung: J. Niederberger.
Verantwortlich: A. Tschentscher.