Joana Marques Vidal
Maria Joana Raposo Marques Vidal, geboren 1955, wird 2012 die erste weibliche Generalstaatsanwältin Portugals.
Hintergrund
Joana Marques Vidal ist die erste Frau an der Spitze der portugiesischen Staatsanwaltschaft. Ihr Wirken ist geprägt vom konsequenten Einsatz für den Opferschutz und die Stärkung demokratischer Werte.
Nach ihrem Studienabschluss tritt Marques Vidal 1979 in den Dienst der Staatsanwaltschaft und ist zunächst in den Bezirken Vila Viçosa, Seixal und Cascais tätig. In Cascais übernimmt sie als erste Vorsitzende den Ausschuss für den Schutz Minderjähriger. 1994 wird sie zur Staatsanwältin in Lissabon ernannt, wo sie unter anderem am Familien- und Jugendgericht arbeitet.
Mit ihrer Ernennung zur Generalstaatsanwältin im Jahr 2012 zieht ein neuer Geist in die portugiesische Staatsanwaltschaft ein. Sachlich, besonnen und furchtlos bringt sie während ihrer Amtszeit mehrere hochrangige Korruptionsfälle vor Gericht. Sie geht gegen vermeintlich Unantastbare vor und stellt sich den Machtzentren aus Politik, Finanzwelt und Ölindustrie entgegen. Nach sechs Jahren endet ihr Mandat; über politische Hintergründe der Entscheidung wird spekuliert. Zahlreiche portugiesische Juristinnen, Juristen und Verfassungsrechtlerinnen protestieren gegen ihre Nicht-Wiederernennung, bleiben jedoch erfolglos. Ihre Nachfolgerin ist erneut eine Frau. Joana Marques Vidal stirbt im Alter von 68 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.
(Quellen: Wikipedia, DerStandard, Deutschlandfunk, Diario de Noticias)
Lebensstationen
- 1955 geboren in Santa Cruz, Coimbra (Portugal)
- 1978 Studienabschluss an der Universität Lissabon
- 1979-1980 tätig in der Staatsanwaltschaft in Coimbra
- 1980-1994 tätig in der Staatsanwaltschaft in Vila Viçosa
- 1994-2002 Staatsanwältin in Lissabon
- 2002-2004 stellvertretende Leiterin des Centro de Estudos Judiciários
- 2004-2012 stellvertretende Generalstaatsanwältin
- 2012-2018 Generalstaatsanwältin
- 2018 Verleihung des Grosskreuzes des Militärordens Christi
- 2024 Tod
Letzte Aktualisierung: J. Niederberger.
Verantwortlich: A. Tschentscher.