Nino Burjanadze

Nino Burjanadze, geboren 1964, wird 2001 die erste Parlamentspräsidentin Georgiens.

Hintergrund

Nino Burjanadze ist Juristin, Pionierin und Oppositionspolitikerin. Ihr Studium der Rechtswissenschaften absolviert sie in Tiflis und Moskau mit einer Vertiefung im internationalen Recht. In ihrer anschliessenden Promotion widmet sie sich den problematischen Aspekten internationaler Organisationen und des internationalen Schifffahrtsrechts. 1991 übernimmt sie eine Dozentur an ihrer Alma Mater in Tiflis.

1995 folgt ihr Einzug als Abgeordnete ins georgische Parlament, dem sie während drei Legislaturen angehört. 2001 wird sie als erste Frau zur Parlamentspräsidentin gewählt.

Zu dieser Zeit ist Georgien infolge der Bürgerkriege stark destabilisiert und von Armut sowie Korruption geprägt. Als 2003 Manipulationen bei den Parlamentswahlen bekannt werden, wächst die Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Burjanadze schliesst sich der Opposition an und prangert die Wahlfälschungen öffentlich an. Sie wird zu einer der führenden Figuren der sogenannten Rosenrevolution gegen Präsident Schewardnadse und setzt sich für Gerechtigkeit sowie den Schutz der Bevölkerung ein.

Gemäss der georgischen Verfassung übernimmt Burjanadze als Parlamentspräsidentin nach dem Rücktritt Schewardnadses interimistisch die Amtsgeschäfte des Staatsoberhaupts. Damit wird sie zur ersten Frau an der Spitze Georgiens und trägt in einer Phase tiefgreifender politischer Unsicherheit Verantwortung für die Stabilisierung des Landes. Auch 2007 führt sie erneut kurzzeitig die Amtsgeschäfte des Staatsoberhaupts.

(Quellen: lpb.de, Verdel/Traude 2003, Skard 2014; Bildquelle: Wikipedia)

Lebensstationen

  • 1964 geboren in Kutaissi (Georgien)
  • 1986 Abschluss des Jurastudiums an der Staatlichen Universität Tiflis
  • 1986-1989 Internationales Recht an der Moskauer Lomonossow Universität
  • 1990 Promotion an der Lomonossow-Universität Moskau
  • 1991 Dozentin für internationales Recht an der Staatlichen Universität Tiflis
  • 1991-1992 Beraterin des Ministeriums für Umweltschutz
  • 1992-1995 Beraterin des Auswärtigen Ausschusses des Parlaments
  • 1995-2008 Abgeordnete des georgischen Parlaments
  • 2001-2008 Parlamentspräsidentin
  • 2003-2004 Staatspräsidentin ad interim
  • 2007-2008 Staatspräsidentin ad interim

Weiterführende Informationen

  • Verdel, Helena/Kogoj Traude: Die hundert bedeutendsten Frauen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2003, S. 403-406.
  • Skard, Torild: Women of Power, Half a Century of Female Presidents and Prime Ministers Worldwide, Bristol 2014, S. 351-353.

Letzte Aktualisierung: J. Niederberger. Verantwortlich: A. Tschentscher.